Kürzlich lud die Volkshochschule Ebern zusammen mit der Hanns-Seidel-Stiftung zu einem interessanten Vortrag zum Thema „Internet, Recht und Abzocke – Haften Eltern für den Download ihrer Kinder?“ mit Rechtsanwalt Steffen Vogel in die Räume der VHS in Ebern ein.
Zunächst stelle der Regionalbeauftrage der Hanns-Seidel-Stiftung (HSS) für Unterfranken, Paul Hufnagel aus Hammelburg, die Stiftung und ihre Bildungseinrichtungen in Kloster Banz und Wildbad Kreuth vor, deren Angebote allen Bürgerinnen und Bürgern parteiübergreifend offen stünden und unter www.hss.de abgerufen werden könnten.
Ehe Rechtsanwalt Steffen Vogel zu seinem Referat überging, führte die Geschäftsführerin der VHS-Ebern, Irmgard Ruhhammer, in die Thematik ein. Immer mehr Bürgerinnen und Bürger sähen sich als „Opfer des Internets“, da diese mit Rechnungen von Gewinnspielen oder irgendwelchen Abos mit Rechnungen konfrontiert würden, ohne dass man sich bewusst war, irgend einen Vertrag abgeschlossen zu haben. Auch das Herunterladen von Musiklieder sorgt immer wieder für Ärger, weil dann teure Abmahnungen mit Anwaltskosten im Bereich von mehreren hundert Euro ins Haus flattern würde. Deshalb habe die VHS das Thema aufgreifen wollen, um den Bürgerinnen und Bürgern Informationen aus erster Hand zu bieten.

Rechtsanwalt Steffen Vogel
Rechtsanwalt Steffen Vogel erläuterte zunächst die Internetplattform „Ebay“ und deren Risiken. So warnte der Rechtsanwalt vor Käufen im Internet von Privatpersonen, weil damit keine Gewährleistung und kein Widerrufsrecht verbunden sei, so dass der Käufer im Falle des Nichtgefallens oder der Fehlerhaftigkeit der gekauften Waren oftmals keine Möglichkeiten der Rückabwicklung hat, zumal bei Rechtsstreitigkeiten dann der Käufer den Verkäufer an dessen Wohnsitz verklagen müsste, der bei Käufen im Internet oftmals mehrere hundert Kilometer vom eigenen Wohnsitz entfernt liegt. Auch sollte man auf die Bewertungen des Verkäufers achten oder nur über das Käuferschutzsystem „paypal“ den Kauf abwickeln.
Im Hinblick auf das Herunterladen von Musikstücken warnte Rechtsanwalt Steffen Vogel vor sogenannten Tauschbörsen, wie „Emule“. Dies sind im Internet frei zugänglich, das Nutzen der Tauschbörsen ist jedoch illegal und kann zu Abmahnungen mit einer strafbewehrten Unterlassungserklärung führen. Der Rechtsanwalt riet dazu, das Herunterladen zu bestreiten und eine abgeänderte Unterlassungserklärung ohne Eingeständnis einer Zahlungsverpflichtung zurückzusenden. Oftmals würden die Musikfirmen nur „große Fische“ mit vielen Verstößen verfolgen und bei einem „Download“ nicht Klage einreichen.
Weiterer Schwerpunkt der Vortrags war der Schutz der Kinder vor den Risiken des Internets. Rechtsanwalt Steffen Vogel riet grundsätzlich dazu, mit den Kinder kontinuierlich zu sprechen und auf das Risiko von Downloads, Abofallen und Gewaltspielen hinzuweisen. „Leider gibt es nahezu keine technischen Möglichkeiten, um eine gewisse Barriere vor unerwünschten oder verbotenen Downloads zu errichten“, so Vogel. Auch wies der Rechtsanwalt darauf hin, dass man den Kindern unbedingt vor Augen führen muss nicht den Namen, die Adresse oder weitere private Daten in sogenannten „Chatrooms“ oder Onlineforen zu veröffentlichen.
Vogel hält es für wichtig, immer wieder mit den Kindern ins Internet zu gehen und sich dafür zu interessieren, welche Seiten die Kinder im Internet anschauen. Feste Regeln für die Zeit des Internetsurfens und den Inhalt sind unerlässlich. Generell sei es wichtig, den Kindern vielfältige Anregungen zur Freizeitgestaltung zu geben und die Umsetzung zu fördern, damit die Kids eben nicht nur vor dem Rechner sitzen. Vogel wies abschließend noch auf informative Internetseiten hin, bei denen Eltern Tipps und Ratschläge erhalten können:
www.schau-hin.info, www.jugendschutz.net und www.jugendschutz.de!


