GesundheitsTage 2010 - Angebote und Stimmen (mit Fotos)
Ebern. Gesundheit! Wer wünscht sich das nicht. Doch Gesundheit ist nicht nur Glückssache, sondern kann und sollte aktiv beeinflusst werden. Wie vielfältig die eigene Einflussnahme dabei aussehen kann, wurde den Besuchern der ersten Gesundheitstage in Ebern am Wochenende eindrucksvoll vor Augen geführt.
Ein unglaubliches Angebot an verschiedensten Anbietern, Dienstleistern, Selbsthilfegruppen und Informationsstellen machte aus der Aula der ehemaligen Akademie und heutigem VHS-Gebäude in der Nikolaus-Fey-Straße eine wahre kleine „Gesundheitsmesse“. „Gesund und fit im Alltag“ lautete das grobe Motto, unter dem sich von der Ernährung bis zur Suchtprävention, diversen Sport- und Entspannungsangeboten, Heilmitteln und Dienstleistungsinformationen alles finden ließ, was der gesundheitsbewusste Mensch begehrt. Der Kreislauf des Lebens schien abgedeckt, begonnen von der Vorstellung der Hebammenpraxis Storchennest in Ebern, weiter mit der Projektinfo „Junge Familien“ des Amtes für Landwirtschaft, Ernährung und Forsten, das gleichzeitig über Zucker in Kinderlebensmitteln aufklärte, dazu die Präsentation des Netzwerkes für Kinderbetreuung und Haushaltsführung durch den Ring für Familiendienstleistungen; für die Fitness warben Sport- und Kulturverein Ebern und der TV 1863 Ebern, der Ernährung wiederum widmeten sich die „Kräuterfee“ Manuela Baum aus Untermerzbach sowie die Ernährungsberaterinnen Brigitte Schlottig und Dr. Ulrike Eigner. Wenn es dann doch an der Gesundheit fehlen sollte, bot sich die Audi BKK an, die obendrein den Körperfettwert ermittelte. An diesen Test trauten sich viele, genauso wie an die Messung von Blutzucker und Blutdruck, die die Haßbergkliniken (Haus Ebern) anboten. Alternative Methoden zeigten die Stadtapotheke Ebern mit den Schüssler-Salzen auf, Kinesiologie wiederum stellte Christine Schöppach aus Rentweinsdorf vor, einen Fuß-Check stellte das Sanitätshaus Hans Brünner auf die Beine. Eine wichtige Plattform für Öffentlichkeitsarbeit und Information fanden aber auch die Selbsthilfegruppen auf dem Eberner Gesundheitsmarkt: Die Deutsche Rheuma-Liga e.V. (AG Ebern), die Interessengemeinschaft Niere Schweinfurt/ Haßfurt e.V., das Bezirksmodellprojekt Gerontopsychiatrische Vernetzung in der Region Main-Rhön, der Kreuzbund Ebern und natürlich die Kontakt- und Informationsstelle für Selbsthilfe des Landratsamtes.
Wem nun angesichts dieses Angebotes der Kopf schwirrte, sollte schleunigst eine der kreativen Aktionen in Angriff nehmen, die den Messebesuch zum aktiven Erlebnis machten. 15 Workshops widmeten sich unter anderem dem Orientalischen Tanz als Physiotherapie, dem Fu Tai Chi Chuan oder Tai Chi Chuan Yang-Form, der Rückenschule oder dem Sitz-Yoga zu Entspannung und Körperwahrnehmung. Während auf dem Marktplatz der Gesundheit reger Trubel herrschte, fand man in den Räumen der VHS zu Ruhe und Selbstbesinnung. Das Fu Tai Chi Chuan beispielsweise verzauberte die Besucher mit Ruhe und Kraft: „Ich finde diesen Kurs sehr gut“, gestand etwa Bianca Grimmer, „Weil man ihn auch im Stehen machen kann und auch dann, wenn man Schmerzen hat.“ Ein Gewinn waren die Tage auch für die Organspende: Durch ihren Info-Stand gewann die Interessengemeinschaft nicht nur viele Sympathien, sondern sogar direkt neue Organspender. Landrat Rudolf Handwerker unterschrieb gleich vor Ort seinen Ausweis, und auch Staatssekretär a. D. Albert Meyer ließ sich überzeugen: „Ich dachte eigentlich, ich wäre zu alt“, gestand er, doch auch seine Organe können vielleicht einmal Leben retten.
Absolut begeistert vom Angebot zeigte sich auch Valeska Helmich aus Ebern, die die ansprechende Führung der Workshops lobte und im Rückenschule-Kurs mit sehr vielen Tipps nach Hause gehen konnte. „Diese ganze Aktion ist unglaublich wertvoll für die Bevölkerung“, bekräftigte sie und dankte dem Engagement der Veranstalter um Irmgard Ruhhammer von der VHS. Durch Einblicke in das Herbst-Programm und entsprechende Schnupperstunden, wie auch im Hip Hop oder Jump-Style, Orientalischen Tanz, Konzentrationstraining oder Reaktiv-Training, konnten sich Interessierte ein Bild machen und kostenlos ausprobieren. Kostenlos aber sicher nicht umsonst waren außerdem die Vorträge von Fachleuten, die sich unter anderem dem Reizdramsyndrom, dem stressfreien Lernen, Kinesiologie, Demenz oder autogenen Training widmeten. „Unheimlich interessant“ fand Sibylle Kraft aus Maroldsweisach den Vortragsreigen und besonders auch das Angebot über die Schulmedizin hinaus: „Wieso sollte man nicht auch hierzu informieren“, war ihre Meinung, und Ayurveda, Feng Shui oder Chakras haben zumindest verdient, sich einmal damit auseinander zu setzen. A propos setzen: Die Neuheit eines patentierten Gesundheitshockers aus purem Holz stellte Schreiner Albrecht Wilhelm aus Vorbach vor, den sogleich viele Besucher Probe saßen und damit den inneren Ausgleich durch dynamisches Sitzen ausprobierten.
Viel schwieriger war es, die Balance bei einer ganz anderen Übung zu finden: Mit einer Promillebrille, die rund 1,6 Promille Alkohol im Blut simulierte, wagten sich einige Mutige an einen Geschicklichkeitsparcours des Kreuzbundes. „Ich hab immer doppelt gesehen“, berichtete eine Teilnehmerin, „Das ist kein schönes Gefühl.“
Als eine „gute Mischung aus Theorie und Praxis“ lobte Elke Schneider nach vielen Einblicken das Angebot mit seinen vielfältigen Stilrichtungen. Vor allem gefiel der Unterpreppacherin, „dass wirklich für jung und alt etwas dabei ist“. Das sahen die Kids genauso, die in diesem Moment aus dem Kindertanzkurs stürmten: „Mama, das will ich nochmal machen!“ Gesundheit kann so kinderleicht sein.
Bericht und Fotos: Tanja Kaufmann
